Seite auswählen

Du wirst dieses Gefühl der Rastlosigkeit einfach nicht los? Ständig kreisen deine Gedanken um das Eine?

Endlich schaffst du es mit viel Mühe zu entspannen. Schon kommt der nächste Gedanke und drängt sich dermaßen auf, dass du schon bald reif für die Insel bist.

Wir Menschen sie die einzigen Lebewesen – mit den Ameisen – die sich in ständiger Rastlosigkeit üben. Dabei hätten wir guten Grund, es nicht zu tun. Das ist negativer Stress. Da steigt unser Cortisolspiegel, unser Stresshormon. Und dies beeinflusst direkt unser Immunsystem und die Fettverbrennung. Wir werden dadurch kränker und dicker. Ganz schleichend. Das wollen wir nicht, nehmen es aber stillschweigend in Kauf.

Den Stresshormonspiegel eine Weile hoch zu halten, können wir zeitweise aushalten. Dann aber kommt der Hammer. Bei arbeitsbedingtem Stress geschieht dies meist im Urlaub, wenn der Druck nachlässt. Warst du auch schon mal im Urlaub krank? Das ist sehr arbeitgeberfreundlich. Ich hoffe es fand die angemessene Anerkennung…

Ich werde oft gefragt, wie man diesen Stress nachhaltig loswerden kann.

Die meisten haben schon Sport, Hobbies, Arbeitsreduktion, Homöopathie und auch einen Besuch beim Psychologen oder Psychiater hinter sich. Andere haben im Internet recherchiert und Bücher gelesen, vielleicht aber auch andere Leute gefragt, die ausgeglichen sind und diese Probleme nicht zu haben scheinen. Einen Reim konnten sie sich dennoch nicht daraus machen. Alles was sie ausprobiert haben, wirkte nur kurz. Dann war alles wieder wie vorher. Kommt dir das vielleicht bekannt vor?

Nun habe ich auch viel gelesen, Leute interviewt, Kurse gewählt und Erfahrung als Arzt und als Osteopath gesammelt. Und natürlich habe ich experimentiert und den Selbstversuch unternommen.

Zusammenfassend darf ich feststellen, dass das Erfolgsrezept extrem einfach zu verstehen ist. Es ist so einfach, dass es auch leicht und schnell umgesetzt werden kann. Du kannst jetzt gleich damit anfangen und es kostet weder Geld noch wirkliche Anstrengung. Überwinde dich jetzt.

Werfe unbrauchbare Glaubenssätze über Bord.

Ich bin es, der sich den Stress selbst macht. Nur durch meine persönliche Einstellung. Das will doch Niemand, oder?

Oh, doch. Du erwartest nämlich jeden Augenblick etwas von dir. Es sind Erwartungshaltungen, die dir zum Beispiel seit deiner Kindheit eingepflanzt sind. „Der Teller wird aufgegessen, denk an die Kinder in Afrika.“ Wer zum Henker sagt dir, dass du an Verfettung sterben sollst, weil die Kinder in Afrika hungern? Keiner. Aber das ist die Folge, insbesondere weil hierzulande meistens mehr serviert wird, als einem gut tut. Denn meistens macht die Menge dick und nicht die Qualität des Essens.

Als Kind haben deine Eltern Erwartungen an dich, die du mit der Zeit mehr und mehr befriedigst. Das ist von beiden Seiten völlig normal. Grenzen sind in der Kindheit wichtig und führen uns mit einer bestimmten Sicherheit durchs Leben. Bereits als junge Erwachsene übernehmen wir diese Aufgabe neu. Wir bauen eine mehr oder weniger blühende Erwartungshaltung gegenüber Anderen und uns selbst auf. Menschen sind gesellschaftliche Wesen und kommunizieren ständig, daher sind Erwartungen ein natürlicher Antrieb in zwischenmenschlichen Beziehungen und persönlicher Weiterentwicklung.

Deine Erwartung bestimmt woran du glaubst. Und du glaubst, es sei hilfreich, wenn du länger am Schreibtisch sitzt, damit der Chef glaubt, du seist fleißig. Dabei willst du lieber pünktlich nach Hause, weil beispielsweise die Kinder auf dich warten und mit dir spielen wollen. Aber dem Chef ist das total egal, er denkt vielleicht sogar, du schaffst deine Arbeit nicht in der vorgegebenen Zeit, also hockst du immer noch da und gehst nicht nach Hause zu deinen Kindern, weil sie dich vielleicht nerven. Damit habe ich einen wichtigen Punkt angerissen: Eigen- und Fremdwahrnehmung. Mein Tipp zur Übung: Frag einen Freund, wie er dich wahrnimmt. Lass dir ehrlich beschreiben, was er von dir in bestimmten Dingen hält. Du wirst überrascht sein, wie viel Positives du über dich erfährst und wie viele Dinge, die dir noch nie aufgefallen sind, wo noch Potential zur Verbesserung in dir steckt.

Wer rastlos ist, mag nicht nur von innerer Unruhe und Erwartungshaltung geplagt sein. Oft ist der Seelenfrieden durch eine mittelmäßige Planung gefährdet. Wer sich zu viel aufbürdet, braucht extrem viel Schwung und Elan. Wer kleine Schritte macht, kommt zwar nicht schnell ins Ziel, aber erreicht es dafür mit absoluter Sicherheit. Derjenige mit den großen Schritten riskiert sehr wahrscheinlich gar nicht anzukommen. Was zählt? Nur im Ziel zu sein. Wer diese Reise mit Optimismus macht, der genießt sie außerdem. Bekommst du Lust auf eine schöne Reise?

Dieses sichere Prinzip nenne ich das Prinzip der Kleinstschritte.

Und hier liegt auch der Schlüssel zum Erfolg: Kleinstschritte gepaart mit glücklich machenden Gewohnheiten. Schon einmal darüber nachgedacht?