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Ein kleiner Zeitsprung aus aktuellem Anlass. Nicht, dass wir weltweit gerade Geschichte schreiben und eine Pandemie erleben, wie sie zuletzt vor etwa 100 Jahren ausgebrochen ist…

Was sind dann schon die eigenen Erlebnisse im fernen Spanien dagegen?
Zugegeben, es war spannend, für uns. Schließlich gab es da noch so ein paar Dinge, die zeitgebunden waren. Der Hauskauf zum Beispiel. Von langer Hand geplant und alles darauf abgestimmt, vor allem die Buchung der Ferienwohnung, mit der wie die Zwischenzeit überbrücken wollten.

Aber dann kam SARS-CoV-2 und machte auch uns einen Strich durch die Rechnung.
In wenigen Worten:

Einen Hauskauf während eines Ausnahmezustandes durchzuführen war beinahe unmöglich, ist uns jedoch Dank vieler helfender Hände letztendlich gelungen. Das hätte sich noch Monate hinziehen können. Kleiner Wehmutstropfen: die Vorbesitzer konnten leider deshalb nicht ausziehen und so mussten wir sie als Mieter annehmen. Jetzt sitzen wir deshalb in einer zweiten Ferienwohnung fest und zahlen horrende Urlaubspreise. Aber was wollen wir? Wir sind immerhin gesund.

Eine Anschrift haben wir immer noch nicht, sind sozusagen ohne festen Wohnsitz zu.

Gottseidank kann ich dank MedGate in der Schweiz TeleMedizin machen und bin so weiter in Lohn und Brot.

Bin ich froh, dass mir dieser Beruf online auch viel Spaß bereitet, das Feedback meiner Patienten und meiner Vorgesetzten tut enorm gut.

Eines muss ich an dieser Stelle allerdings loswerden, denn die wirklichen Helden sind nicht die Menschen die abends um 20 Uhr von den Balkons beklatscht werden. Es sind nämlich unsere Kinder.

Es ist unglaublich was diese kleinen Menschen aushalten, mit welcher Geduld sie das Ganze annehmen und unglücklicherweise auf jede Bewegung außerhalb der eigenen vier Wände verzichten müssen. Hier ist es den Kindern nicht erlaubt das Haus zu verlassen, unter keinen Umständen. Selbst den Rasen dürfen sie nicht betreten, weil dies Gemeinschaftseigentum ist. Hierüber wachen meist ältere Menschen die auch uns bereits mit polizeilicher Anzeige gedroht haben. Unnötig zu sagen, dass es sich hier nicht um Spanier gehandelt haben kann…

Auch Partner müssen sich jetzt gegenseitig den ganzen lieben Tag lang ertragen, nicht nur abends und nachts. Jetzt teilt man den Alltag und die Aufgaben, selbstverständlich führt auch das zu Reibungsverlusten. Hier bin ich froh dass mich meine liebe Frau schon früh darauf eingestimmt hat, Daheim meinen Anteil zu leisten. Ich wohne schließlich auch hier, meine ich bereits ganz allein.

Das war ein kurzer Abriss aus dem letzten Monat.