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Endlich ist der Sommer angekommen, hatte der Frühling doch bis Ende April angehalten und pünktlich zum 1. Mai kam die wohltuende Wärme. Wir haben alle Heizungen daheim abgeschaltet (!) und essen jetzt gerne auf unserer Terrasse.

In Deutschland war das schon viel früher möglich und wir gönnen es Jedem, insbesondere Denjenigen, die unter dem Lockdown am meisten zu leiden haben: den Kindern.

Jede Woche flattern neue Studien herein, die wir in der Telemedizin sogleich anwenden können. Patienten haben hierzu täglich neue Fragen.  Überhaupt, darf ich feststellen, dass die telemedizinisch betreuten Patienten sehr sehr dankbar für diese Form der Betreuung sind. Ganz besonders in dieser Zeit.
Außerdem macht mir die Arbeit mit Menschen am Telefon sehr viel Spaß, vor allem weil wir im Team Gesundheit betreiben und keine Produkte verkaufen müssen.

Ich erlebe einen sehr positiven Trend in der Schweiz, den ich mir für Deutschland ebensosehr wünschen würde: Menschen sind bereit für ihre Gesundheit genauso viel auszugeben, wie für ihr Auto in der Werkstatt. Das darf sich ruhig noch herum sprechen.

In aller Munde ist auch die aufkommende Wirtschaftskrise, die vermutlich Spanien mit knapp 9,4 % Defizit treffen wird. Deutschland soll etwa 4,6 % sinken, was für so ein großes Land selbstverständlich enorm ist, wenn man die absoluten Zahlen betrachtet. Das Sozial- und Gesundheitssystem ist in Spanien jedoch anders gestrickt und deshalb sind wir alle sehr gespannt, wie sich das konkret im Alltag darstellt.
Die Parteienlandschaft ist ohnehin sehr wechselhaft und eine vernünftige liberale Politik im Grundsatz existent, jedoch wie immer ohne großen Gehör. Das hat mich jedoch noch nie davon abgehalten, meine Position zu vertreten und auch diese Kräfte nach bestem Wissen zu unterstützen. Daher habe ich meinen Antrag zur Aufnahme in der liberalen Partei Ciudadanos hier in Spanien eingereicht. Das ist im übrigen eine Partnerpartei der Freien Demokraten in Deutschland seit 2019. Das ist mal wieder ein typischer Roberto.

Wir haben gestern Abend erfahren, dass Andalusien als eines der wenigen Provinzen nicht vollständig in die nächste Deeskalationsphase übergeht. Große Enttäuschung macht sich breit, denn wir hätten mal zu viert Autofahren dürfen, zu Freunden oder in den Stall. Einfach mal so, immer mit 2 m Abstand, aber immerhin. 86% Spaniens darf in die nächste Phase. Allerdings: wir haben auch einige Leute hier beobachtet, die nicht wie wir (typisch Deutsch) sich an die Regeln gehalten haben – mit und ohne drakonischer Strafe.

Vielleicht sind wir dann nächsten Montag dabei, es ist wie eine Lotterie. Hängt es doch von so vielen Faktoren ab, Intensivkapazitäten, Reproduktionszahlen, Bürger, Dichte, u.v.m.

Fakt ist, wir können so lange nicht renovieren lassen. So lange ist an Einziehen im neuen Haus nicht zu denken… Wir üben uns in beharrlicher Demut.